Sehr geehrter Herr Küppers,
Ihre Sorgen um die gestiegenen Spritpreise und Düngemittelkosten können wir nachvollziehen – gerade wenn die Erzeugerpreise für Getreide seit Jahren stagnieren. Trotzdem möchten wir Sie auf einen Widerspruch hinweisen, der uns bei der Lektüre des Artikels aufgefallen ist.
Sie sind Mitglied der CDU Kaarst. Ihr Parteivorsitzender Friedrich Merz hat im Frühjahr 2025 mehrfach öffentlich erklärt, dass Energie in Deutschland bewusst teurer werden müsse. Unter anderem sagte er am 13. April 2025 in der ARD-Sendung Caren Miosga, Heizen und Tanken würden „teurer, teurer, teurer“, damit Anreize entstehen, Energie einzusparen und auf klimafreundlichere Technologien wie Elektrofahrzeuge oder Wärmepumpen umzusteigen. Das war keine beiläufige Bemerkung, sondern eine klare politische Aussage im Zusammenhang mit der geplanten Ausweitung des europäischen Emissionshandels ab 2027.
Quelle ARD Carmen Miosga 13. April 2025
Gerade Stickstoffdünger gehört zu den energieintensivsten Industrieprodukten überhaupt. Rund 70 bis 80 Prozent der Herstellungskosten von Ammoniak – der Vorstufe von Stickstoffdünger – entfallen auf Energiekosten, insbesondere auf Erdgas. Deshalb haben Unternehmen wie SKW Piesteritz oder BASF ihre Produktion in Zeiten hoher Gaspreise zeitweise reduziert oder eingestellt. Die gestiegenen Düngemittelkosten sind deshalb jedenfalls auch eine absehbare Folge einer Energiepolitik, die höhere Energiepreise ausdrücklich in Kauf nimmt.
Gerade deshalb stellt sich für uns eine Frage: Wie passt Ihre berechtigte Kritik an den steigenden Sprit- und Düngemittelkosten zu der politischen Linie Ihrer Partei? Als Mitglied der CDU und Fraktionsmitglied im Rat der Stadt Kaarst vertreten Sie eine Partei, deren Vorsitzender genau diese Entwicklung als politisch gewollt beschrieben hat. Das ist kein Vorwurf an Sie persönlich, wohl aber ein Widerspruch, der aus unserer Sicht erklärt werden sollte.
Denn wenn Energie bewusst verteuert wird, um Lenkungswirkungen zu erzielen, dann betrifft das zwangsläufig auch diejenigen, die auf Energie angewiesen sind – wie Landwirte, Handwerksbetriebe oder mittelständische Unternehmen. Die steigenden Kosten sind deshalb nicht ausschließlich eine Folge internationaler Märkte, sondern auch Ergebnis politischer Entscheidungen.
Vielleicht wäre es an der Zeit, dass sich auch innerhalb der CDU intensiver mit den praktischen Folgen dieser Politik auseinandergesetzt wird. Denn wer höhere Energiepreise politisch befürwortet, sollte sich nicht darüber wundern, wenn genau diese höheren Energiepreise später Betriebe und Landwirte wirtschaftlich belasten.
Ihr Wählergemeinschaft WIR FÜR 41564




