In diessen Wochen wird immer mehr Menschen bewusst, welche Auswirkungen 2026 die neue EU Verordnung der CO2 Bepreisung haben wird.
Wir haben einige Beispiele zusammengestellt, damit Sie wissen, was dies für Sie und für die deutsche Industrie bedeutet.
1. Was bedeutet die CO₂-Bepreisung ab 2026?
In Deutschland gibt es seit einigen Jahren ein nationales Emissionshandelssystem für fossile Brennstoffe im Verkehrs- und Gebäudesektor.
Für das Jahr 2026 wurde festgelegt, dass der CO₂-Preis bei etwa **55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂** liegen wird.
Ab 2027 soll dieser Preis nicht mehr fest vorgegeben sein, sondern sich über den Markt bilden – dadurch könnten die Preise stärker schwanken.
Ziel ist es, fossile Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Benzin oder Diesel teurer zu machen, um Anreize für klimafreundlichere Alternativen zu schaffen.
2. Wie wird der CO₂-Preis berechnet?
Die Berechnung richtet sich danach, wie viel CO₂ bei der Verbrennung eines Energieträgers entsteht.
Beispiel: Für Benzin werden rund **2.370 Gramm CO₂ pro Liter** angenommen.
Der Ausstoß wird mit dem jeweiligen Preis pro Tonne CO₂ multipliziert.
Für Brenn- und Heizstoffe gilt:
Der CO₂-Ausstoß ergibt sich aus dem Brennstoffverbrauch multipliziert mit einem Emissionsfaktor, der dann mit dem CO₂-Preis verrechnet wird.
Für das Jahr 2026 ergeben sich daraus etwa folgende Mehrkosten:
* Erdgas: ca. **+ 1,4 Cent pro kWh**
* Heizöl: ca. **+ 20,7 Cent pro Liter**
3. Wie teuer werden Energie- und Kraftstoffpreise dadurch?
Hier ein paar grobe Beispiele für die möglichen Auswirkungen:
* **Heizöl:**
Wenn der Preis vorher 1,00 € pro Liter betrug, könnte er durch den CO₂-Preis allein auf etwa **1,20 €** steigen.
* **Erdgas (Heizung):**
Bei einem bisherigen Preis von 10 Cent pro kWh könnte der CO₂-Aufschlag den Preis auf rund **11,4 Cent pro kWh** erhöhen.
* **Benzin/Diesel:**
Bei einem CO₂-Preis von 60 € pro Tonne entstehen rund **14 Cent zusätzliche Kosten pro Liter** Benzin.
Diese Mehrkosten kommen zusätzlich zu anderen Faktoren wie Steuern, Netzentgelten und Rohölpreisen.
4. Weitere Hinweise
* Die genannten Werte sind Schätzungen. Die tatsächlichen Energiepreise hängen auch von globalen Rohstoffmärkten und Steuern ab.
* Der CO₂-Preis ist nur ein Bestandteil der Gesamtkosten, spielt aber eine zunehmende Rolle.
* Klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen, Holzpellets oder Solarthermie sind von der CO₂-Bepreisung kaum betroffen oder werden staatlich gefördert.
* Ab 2027 wird der CO₂-Preis über ein Handelssystem gebildet – er könnte also auch über 65 Euro pro Tonne steigen.
* Für Mieter und Vermieter gibt es Regelungen zur Aufteilung der CO₂-Kosten je nach energetischem Zustand des Gebäudes.
Diese massive Verteuerung von Energie, die auch von der CDU weiterhin bewusst gewünscht ist, wird dramatische Auswirkungen auf die privaten und öffentlichen Haushalte und die Wirtschaft haben.
Eine Umfrage des Deutscher Industrie‑ und Handelskammertag (DIHK) mit rund 3 300 Unternehmen ergab, dass aktuell ~ 37 % aller Industriebetriebe erwägen, ihre Produktion zu reduzieren oder ins Ausland zu verlagern – bei energieintensiven Unternehmen sind es sogar ~ 45 %.
In einer früheren Studie des Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gaben ~ 16 % der mittelständischen Unternehmen an, bereits Schritte zur Verlagerung unternommen zu haben, und ~ 30 % sagten, sie überlegen dies.
Wichtig: Diese Zahlen beziehen sich nicht nur auf die CO₂-Besteuerung, sondern auf „Energie- und Rohstoffkosten“, „unsichere Energieversorgung“, „Standort-Nachteil“. Die CO₂-Besteuerung wird als einer von mehreren Faktoren genannt.
Wir empfehlen auch dieses Interview mit dem Evonik Chef zum Thema:
Warum wir das hier posten?
Weil auch wir in Kaarst diese Auswirkungen massiv spüren werden.
Weil auch hier in Kaarst die Wirtschaft massiv unter Druck steht, weil wir derzeit die höchste Arbeitslosenquote in Kaarst haben (5.2% Oktober) und wir auch hier der Verlust an Kaufkraft im Einzelhandel spürbar ist.
Kaarst ist leider keine Insel, ganz im Gegenteil.
Aufgrund von Fehlern der Vergangenheit (Fehlende Gewerbeansiedlungen/Investionsstau in Infrastruktur u.v.m) werden die Herausforderungen an alle Bürger und Bürgerinnen besonders groß.
Daher sind obige Entscheidungen, die rein ideologisch geprägt sind, keine Lösung, ein Industrieland wie Deutschland, zu entlasten und wieder wettbewerbsfähig zu machen.



