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Grüner Wasserstoff: Zwischen Milliarden-Investitionen und Realitäts-Check. Ein Kommentar

Wasserstoff als Lösung für den Strukturwandel? Ein kritischer Blick auf Chancen und Risiken für Kaarster Unternehmen

In diesem Video analysiert unser Mitglied Patrick Schappert die Ergebnisse der Veranstaltung in Kaarst zum Thema grüner Wasserstoff. Organisiert wurde das Event von der Wirtschaftsförderung Kaarst.

Während die Präsentation vielversprechende Leuchtturmprojekte und Fördermittel vorstellte, wirft er auch einen kritischen Blick auf die Realität: Versorgungssicherheit, tatsächliche Kosten und die Frage der Wettbewerbsfähigkeit.

🔍 Themen im Video:

✅ Vorgestellte Wasserstoff-Projekte in der Region

✅ Geplante Tankstellen und BMW-Wasserstofffahrzeuge

✅ Das 40%-Problem: Deutschlands Importabhängigkeit

✅ Kosten-Nutzen-Realität für lokale Betriebe

✅ Aktuelle Zahlen zu Investitionen und globaler Entwicklung

✅ Handlungsempfehlungen für Kaarster Unternehmen

📊 Aktuelle Zahlen & Fakten zu grünem Wasserstoff in Deutschland:

Investitionen & Förderung:
* Deutschland stellt über 8 Milliarden Euro an IPCEI-Fördermitteln bereit
* H2Global-Programm: 2,5 Milliarden Euro für internationale Importprojekte
* Bundesnetzagentur beziffert Investitionen für Wasserstoff-Kernnetz auf 18,9 Milliarden Euro
* Weltweit wird bis 2050 ein Investitionsbedarf von fast 4 Billionen US-Dollar für globale Wasserstoffproduktion und Infrastruktur erwartet

Aktuelle Produktionskapazitäten:
* Deutschland hat derzeit nur 111 Megawatt Elektrolysekapazität installiert, Ziel sind 10 Gigawatt bis 2030
* Von weltweit über 2.000 angekündigten Wasserstoff-Projekten wurden nur etwa 7 Prozent tatsächlich umgesetzt
* Weltweit sind 520 GW Wasserstoffprojekte geplant, aber nur 4% haben eine finale Investitionsentscheidung getroffen

Bedarfsprognosen:
* Deutschlands Bedarf an grünem Wasserstoff wird von 55 TWh (2023) auf 95-130 TWh (2030) und über 350 TWh (2045) steigen
* Deutschland wird bis zu 70% des benötigten Wasserstoffs importieren müssen – etwa 245 TWh im Jahr 2045

Kostenentwicklung:
* Produktionskosten für Elektrolyseure sind von über 1.200 USD/kW (2015) auf unter 500 USD/kW gesunken
* Investitionskosten für Elektrolyseure werden bis 2030 auf 620-1.024 USD/kW geschätzt und bis 2050 auf 462-767 USD/kW sinken
* In sonnen- und windreichen Regionen liegen Produktionskosten bereits unter 2 USD pro Kilogramm

🌍 Internationale Entwicklung – wer ist weiter?
Vorreiter-Länder:
* Japan: Bereits seit 2014 mit Wasserstoff-Roadmap aktiv, hat die meisten Wasserstoff-Patente weltweit (170.000 zwischen 2010-2019)
* China: Plant 50.000-100.000 Brennstoffzellenfahrzeuge bis 2025 und 1 Million bis 2035; hatte 146 Wasserstoff-Tankstellen bis Juni 2021
* Südkorea: Bereits Wasserstoff-LKW in Serie verfügbar
* USA: Ziel: 10 Millionen Tonnen Produktion bis 2030, aggressive Förderpolitik mit Inflation Reduction Act
* Australien, Chile, Namibia: Bieten sehr gute Voraussetzungen als führende Produktionsstandorte und zukünftige Hauptlieferanten

Deutschland im Vergleich:
* Deutschland hat 11% aller EU-Wasserstoffpatente, die EU insgesamt über 25% weltweit
* Deutschland hatte bis 2021 nur 87 Wasserstoff-Tankstellen (Platz 3 weltweit)
* Wasserstoff-Kernnetz mit über 9.000 km Leitungslänge geplant (60% durch Umstellung bestehender Erdgasleitungen)

Alternative Strategien anderer Länder:
* China und Kalifornien haben dedizierte Strategien für Brennstoffzellenfahrzeuge im PKW-Bereich
* Deutschland, Norwegen, EU und Frankreich erwähnen Wasserstoff-PKW in ihren Strategien nicht
* USA setzen auf Steuergutschriften, während EU Subventionen über Auktionen vergibt
* Einige Länder nutzen „blauen Wasserstoff“ (aus fossilen Quellen mit CO₂-Abscheidung) als Übergangslösung

💡 Sein Fazit:

Wasserstoff hat enormes Potenzial, aber der Weg zur Marktreife ist noch weit.

Die Zahlen zeigen: Trotz Milliarden-Investitionen hinkt die Umsetzung den Zielen massiv hinterher. Für Kaarster Unternehmen bedeutet das: Chancen nutzen, aber mit realistischen Erwartungen und gründlicher Kosten-Nutzen-Analyse.

📌 Wichtige Fragen für lokale Unternehmen:
1. Welche konkreten Förderprogramme sind verfügbar?
2. Wie entwickeln sich die Endverbraucherpreise?
3. Wann wird die regionale Infrastruktur verfügbar sein?
4. Lohnt sich der Einstieg jetzt oder besser abwarten?

Wir als Wählergemeinschaft WIR FÜR 41564 werden diese Entwicklung weiter kritisch begleiten. Es kann nur das Ziel geben, Energie wieder günstiger zu machen, damit wir Wettbewerbsfähig bleiben und die hohen Kosten für private und gewerbliche Verbraucher massiv senken.

Quellen

https://www.chemietechnik.de/energie-utilities/wasserstoff/die-wichtigsten-wasserstoff-projekte-in-deutschland-114.html

https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/wasserstoff/wasserstofferzeugung-in-deutschland-nicht-auf-zielpfad

https://www.ey.com/de_de/newsroom/2024/09/ey-wasserstoffstudie-2024

https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/beitrag/gruener-wasserstoff-in-deutschland-chancen-und-umsetzung

Grüner Wasserstoff – vom Pilotprojekt zur globalen Energielösung

https://www.maschinenmarkt.vogel.de/china-will-beim-wasserstoff-den-pionier-japan-ueberholen-a-1069609/

https://www.infener.com/de/blogs/newsroom/green-hydrogen-who-is-leading-the-worldwide-race

https://www.kooperation-international.de/aktuelles/nachrichten/detail/info/neue-studie-zu-wasserstoffpatenten-europa-und-japan-an-der-spitze

Große Ähnlichkeiten in verschiedenen Länderstrategien, wie Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden soll

https://www.rifs-potsdam.de/de/blog/2024/11/wie-staaten-weltweit-maerkte-fuer-gruenen-wasserstoff-schaffen

 

 

 

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