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Mindestens 600.000 Euro sind weg: Wie geht es mit dem Sportforum Büttgen weiter?

Beim Sportforum Büttgen geht es längst nicht mehr nur um ein Bauprojekt. Es geht um Verantwortung, um den Umgang mit knappen öffentlichen Mitteln und um die Frage, wie Kommunen überhaupt noch verlässlich planen sollen, wenn sie bei Förderprogrammen ins Blaue hinein arbeiten müssen.

Der aktuelle Stand ist ernüchternd: Die geplante Modernisierung des Sportforums Büttgen liegt auf Eis. Fördermittel, auf die gesetzt wurde, stehen derzeit nicht zur Verfügung. Gleichzeitig sind bereits erhebliche Summen in Planung, Anträge und Verwaltung geflossen. Und genau das wirft viele unbequeme Fragen auf.

Warum das Sportforum Büttgen überhaupt modernisiert werden sollte
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Dass am Sportforum etwas passieren muss, steht außer Frage. Die Anlage ist in die Jahre gekommen. Das betrifft nicht nur die Optik, sondern ganz konkrete funktionale und technische Probleme.

Vor allem drei Punkte standen im Mittelpunkt:

* **Energetische Sanierung**, weil der Betrieb der Anlage viel Energie verschlingt.
* **Technische Modernisierung**, damit das Gebäude wieder auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wird.
* **Erhalt als Sportstandort**, damit Vereine und Sportler die Halle weiterhin zuverlässig nutzen können.

Das Sportforum ist kein Nebenschauplatz. Es ist ein wichtiger Baustein für den Sport in Kaarst und darüber hinaus. Sieben Vereine nutzen die Anlage. Dazu kommt die besondere Bedeutung für den Radsport. Der Standort hat eine herausgehobene Rolle, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Umso schwerer wiegt die Unsicherheit, die nun entstanden ist.

Die ursprüngliche Planung und die gestiegenen Kosten
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Die Planungen zur Modernisierung laufen bereits seit mehreren Jahren. Ursprünglich wurde mit einem Kostenvolumen von knapp 24 Millionen Euro gerechnet. Später stieg diese Summe auf 28 Millionen Euro an.

Damit war von Anfang an klar: Ein solches Projekt ist für eine Stadt wie Kaarst nicht einfach aus eigener Kraft zu stemmen. Die Hoffnung lag deshalb auf Fördermitteln von Land und möglicherweise weiteren Programmen.

Genau hier beginnt das eigentliche Problem.

Förderanträge ohne Sicherheit: Das Grundproblem hinter dem Stillstand
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In der Theorie klingt das bekannt und fast schon normal: Eine Kommune entdeckt einen Fördertopf, arbeitet ein Projekt aus, reicht Unterlagen ein und hofft auf Unterstützung. In der Praxis bedeutet das aber oft monatelange Vorarbeit, hohe Planungskosten und enormen Verwaltungsaufwand, ohne jede Garantie, dass am Ende überhaupt Geld fließt.

Auch beim Sportforum Büttgen lief es so. Die Stadt musste umfangreiche Unterlagen erstellen lassen, Planungsbüros einbinden, Gutachten vorbereiten und die Antragslogik der Förderprogramme bedienen. Das alles geschah, bevor überhaupt eine feste Zusage vorlag.

Mit anderen Worten: Erst investieren, dann hoffen. Und genau dieses Prinzip rächt sich jetzt.

Was bereits ausgegeben wurde
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Besonders brisant ist die Summe, die schon verbraucht wurde, obwohl das Projekt aktuell gestoppt ist.

Nach dem vorliegenden Stand wurden bereits rund **600.000 Euro** für die Leistungsphasen 1 bis 3 ausgegeben. Weitere rund **100.000 Euro** sollen in der Verwaltung angefallen sein, etwa für Antragsbearbeitung, Abstimmung, Vorbereitung und Begleitung des Verfahrens.

Zusätzlich war vorgesehen, für die Leistungsphasen 4 und 5 noch einmal rund **1,9 Millionen Euro** freizugeben. Diese Mittel waren zwar politisch bereits bewilligt, wurden zum Glück aber noch nicht ausgelöst, bevor die Nachricht kam, dass die Förderkulisse derzeit nicht tragfähig ist.

Damit steht im Raum:

* Ein hoher sechsstelliger Betrag ist bereits ausgegeben.
* Das Projekt selbst ist nicht gesichert.
* Die nächste teure Stufe konnte gerade noch gestoppt werden.

Der aktuelle Status: Fördertopf weg, Projekt auf Stopp
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Im Juni 26 wurde deutlich, dass die erwarteten Fördermittel nicht wie erhofft zur Verfügung stehen. Nach Angaben aus Verwaltung und Ausschüssen wurden die entsprechenden Fördertöpfe geschlossen beziehungsweise sind aktuell nicht umsetzbar.

Das Ergebnis ist eine klassische Hängepartie. Es gibt eine Sportstätte mit echtem Sanierungsbedarf, Vereine mit berechtigten Erwartungen und eine Stadt, die bereits Geld investiert hat. Gleichzeitig fehlt die finanzielle Grundlage, um das Vorhaben fortzuführen.

Im besten Fall ist das nur ein zeitweiliger Stopp. Im schlimmsten Fall bleibt ein großer Scherbenhaufen zurück.

Warum die Lage für die Vereine so problematisch ist
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Besonders bitter ist die Situation für die Vereine, die das Sportforum regelmäßig nutzen. Denn deren Problem ist nicht theoretisch, sondern ganz praktisch.

Die Halle wird tagtäglich gebraucht. Wer sich die Anlage vor Ort anschaut, erkennt schnell, dass Sanierungsbedarf besteht. Es geht um energetische Schwächen, um sanitäre Einrichtungen und um die allgemeine Nutzbarkeit der Sportstätte.

Wenn hier auf Dauer nichts passiert, steht nicht irgendein Prestigeobjekt auf dem Spiel, sondern funktionierende Infrastruktur für den Breiten- und Vereinssport.

Gerade deshalb ist es unbefriedigend, wenn jahrelange Planung am Ende an einer unsicheren Förderkulisse hängen bleibt.

Das eigentliche politische Problem: Kommunen tragen das Risiko
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Der Fall Sportforum Büttgen zeigt ein grundsätzliches Muster, das viele Städte betrifft. Kommunen haben immer weniger eigene finanzielle Spielräume. Gleichzeitig werden größere Bau- und Sanierungsvorhaben faktisch davon abhängig gemacht, ob sich irgendwo ein passender Fördertopf auftut.

Das bedeutet:

* Die Stadt muss Personal binden.
* Externe Planer und Fachbüros müssen beauftragt werden.
* Es entstehen echte Kosten, bevor überhaupt Klarheit herrscht.
* Am Ende kann trotzdem alles scheitern.

Genau diese Konstruktion sorgt für Frust. Denn das Risiko liegt zunächst bei der Kommune. Das Land oder andere Fördergeber können Programme ändern, stoppen oder auslaufen lassen. Die bereits entstandenen Aufwendungen bleiben jedoch vor Ort hängen.

Und wenn eine Stadt ohnehin finanziell unter Druck steht, trifft sie das doppelt hart.

600.000 Euro plus Verwaltungsaufwand: Was hätte man mit dem Geld sonst tun können?
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Diese Frage drängt sich zwangsläufig auf. Wenn eine Stadt an vielen Stellen jeden Euro umdrehen muss, dann sind 600.000 Euro eben nicht nur eine Zahl auf dem Papier. Dazu kommen noch die internen Aufwendungen in der Verwaltung.

Mit solchen Beträgen ließen sich an anderer Stelle längst konkrete Maßnahmen umsetzen. Umso größer ist der Ärger darüber, dass das Geld nun in einem Verfahren steckt, dessen Ergebnis derzeit gleich null ist.

Niemand bestreitet, dass Planung Geld kostet. Aber wenn Förderlogiken dazu führen, dass Kommunen hohe Vorleistungen bringen müssen, ohne belastbare Zusage, dann läuft strukturell etwas schief.

Die offene Frage an Land und Politik: Wie geht es jetzt weiter?
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Genau hier braucht es endlich Klarheit. Nicht irgendwann, nicht in allgemeinen Floskeln, sondern konkret.

Die berechtigten Fragen liegen auf dem Tisch:

* Wie soll mit dem Sportforum Büttgen nun weiter verfahren werden?
* Gibt es eine realistische neue Förderperspektive?
* Welche Verantwortung tragen die Stellen, die das Verfahren begleitet haben?
* Wie wird der Einsatz der bereits ausgegebenen Mittel bewertet?
* Was bedeutet das alles für die betroffenen Vereine und den Sportstandort Kaarst?

Wer das Projekt politisch unterstützt hat, sollte jetzt auch erklären, wie die nächsten Schritte aussehen. Es reicht nicht, gute Ideen zu loben oder sich für Förderhoffnungen feiern zu lassen, wenn am Ende nichts realisiert wird.

Welche Lehren aus dem Fall Sportforum Büttgen gezogen werden müssen
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Der Vorgang ist mehr als ein lokales Ärgernis. Er zeigt, wie dringend Kommunen verlässliche Rahmenbedingungen brauchen.

1\. Förderzusagen müssen belastbarer werden

Wenn Städte erst Hunderttausende Euro in Vorleistungen stecken müssen, bevor überhaupt eine echte Entscheidung fällt, ist das System falsch austariert.

2\. Kommunale Planung braucht mehr Sicherheit

Städte können nicht dauerhaft Projekte auf Verdacht entwickeln, während ihre Haushalte ohnehin angespannt sind.

3\. Politische Verantwortung endet nicht bei der Ankündigung

Wer ein Vorhaben öffentlich unterstützt, muss auch dann ansprechbar bleiben, wenn die Finanzierung scheitert.

4\. Der Sport darf nicht zum Opfer von Förderchaos werden

Gerade bei wichtigen Standorten wie dem Sportforum Büttgen braucht es Lösungen, die über bloße Hoffnung auf Programme hinausgehen.

Fazit: Ein schönes Zukunftsbild reicht nicht
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Das Sportforum Büttgen ist wichtig. Für Vereine, für den Sport in Kaarst und für die Region. Der Sanierungsbedarf ist offensichtlich. Der Wunsch nach Modernisierung ist nachvollziehbar. Aber all das ersetzt keine belastbare Finanzierung.

Der derzeitige Zustand ist unerquicklich: viel Aufwand, hohe Kosten, keine Umsetzung. Das darf nicht einfach still und leise versanden.

Jetzt braucht es Antworten. Was passiert mit dem Projekt? Welche Optionen bleiben? Und wie verhindert man, dass Kommunen erneut in genau dieselbe Falle laufen?

 

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